Telemedizin - Arzt auf dem ComputerbildschirmIm Mai 2018 hatte der Deutsche Ärztetag in Erfurt mit überwältigender Mehrheit eine Neufassung des § 7 Absatz 4 der (Muster-)Berufsordnung beschlossen. Damit ist zukünftig eine ausschließliche Fernbehandlung z. B. im Rahmen einer Videosprechstunde in Deutschland möglich.

Am 17. September 2018 ist Vivy als erste elektronische Gesundheitsakte unter großer medialer Aufmerksamkeit an den Start gegangen. Vivy tritt an als elektronische Gesundheitsakte mit persönlicher Assistentin. Die App enthält alle Notfalldaten, erinnert an Impfauffrischungen, unterstützt bei der Medikamenteneinnahme und klärt über Wechselwirkungen auf. Weiterhin soll es möglich sein, vertrauliche Daten wie zum Beispiel Arztbriefe, Röntgenbefunde etc. zwischen Patient und Arzt auszutauschen.

Gesundheitsdaten auf dem Handy

Das erst seit gut einem Jahr existierende Startup-Unternehmen aus Berlin hat es geschafft, private und gesetzliche Krankenkassen mit an Bord zu holen. So bieten bereits knapp 20 private und gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten Vivy als elektronische Gesundheitsakte an. Und weitere werden folgen.

Seit dem 25.05.2018 ist sie also nun in Kraft, die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO. Und obwohl Ärzte und Zahnärzte den Datenschutz schon immer ernst genommen haben, bringt die neue Verordnung umfangreiche Pflichten mit sich. Dies betrifft besonders die Aufklärung darüber, welche Daten erhoben und wie diese verarbeitet werden.

DSGVO

Auch auf der Praxiswebsite werden in der Regel personenbezogene Daten erhoben. Und auch wenn eine Datenschutzerklärung auf der Praxiswebsite bisher schon Pflicht war, muss diese jetzt verständlich formuliert und in aller Regel auch erheblich ausführlicher abgefasst sein.

Da es sich um eine neue Verordnung handelt, ist momentan die Unsicherheit noch recht groß, wie denn nun eine solche Datenschutzerklärung auf der Praxiswebsite formuliert werden sollte und was da alles hinein muss. Manche Ärztekammern und kassenärztlichen Vereinigungen bieten umfangreiches Infomaterial und Mustertexte auf ihren Websites an. Besonders hervorheben möchte ich hier die Landesärztekammer Hessen, die ihre Mustertexte und Empfehlungen sogar mit dem hessischen Landesdatenschutzbeauftragten abgestimmt hat.

Die Vorteile einer Arztwebsite liegen auf der Hand. Eine professionelle Präsentation kann bei einem Erstkontakt das Vertrauen der Patienten wecken. Zudem informiert sie im Idealfall auf klare Weise über die Besonderheiten der Praxis sowie die Sprechzeiten. Auch zusätzliche Funktionen sind denkbar, die den Praxisalltag erleichtern können. Beispiele sind etwa die Terminvereinbarung oder Rezeptbestellung über die Website.

Doch Seitenbetreiber müssen auch einige gesetzliche Vorgaben beachten. Diese betreffen vor allem den Datenschutz. So ist etwa auf jeder Website eine Datenschutzerklärung Pflicht. In dieser wird der Besucher darüber informiert, welche Daten erhoben, gespeichert und verarbeitet werden. Wichtig ist: Eine solche Erklärung ist immer erforderlich, unabhängig davon, ob es sich um eine private oder gewerbliche Seite handelt. Darüber hinaus muss sie für den Nutzer von jeder Unterseite aus einfach erreichbar sein.

Screenshot des Beitrages in der Mitgliederzeitschrift der KV Hessen zum Thema Social Media

Im Dezember 2017 war ich zu Gast bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen in Frankfurt. Sabine Voß hatte mich zum Thema Social Media für Ärzte und Psychotherapeuten befragt. Erschienen ist das Interview nun in der KVH-Mitgliederzeitschrift "Auf den Punkt", welche im Februar 2018 erschienen ist.

(Mit freundlicher Genehmigung der KV Hessen)

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